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1.700 Sauen tot

Nach Sauenstall-Brand in Binde: War die Baugenehmigung amtlich zurückgezogen?

Beim Brand einer Schweinezuchtanlage bei Arendsee waren am Freitag 1.700 Sauen und Ferkel verendet. Waren dies die Ställe mit aufgehobener Baugenehmigung?

Lesezeit: 3 Minuten

Der Großbrand am Freitag in einer Schweinezuchtanlage im Altmarkkreis Salzwedel hat erneut Kritiker von großen Ställen auf den Plan gerufen. Vor allem, weil die Ställe zur gleichen Unternehmensgruppe gehören, bei der es 2021 in Alt Tellin in Mecklenburg-Vorpommern schon einmal gebrannt hatte.

So waren auch die Medien in den vergangenen Tagen hellhörig geworden, weil das Verwaltungsgericht Magdeburg 2023 die Baugenehmigung nachträglich aufgehoben hatte; Das Urteil ist bisher allerdings nicht rechtskräftig. Nach Recherchen von MDR Sachsen-Anhalt waren die jetzt genannten Ställe jedoch nicht von dem Feuer betroffen.

Mehr Sauen verendet als gedacht

Bei dem Feuer am Freitag waren nach derzeitigen Erkenntnissen 1.750 Sauen und eine nicht näher definierte Anzahl an Ferkeln getötet worden. Wie der Altmarkkreis am Wochenende mitgeteilt hatte, müsse man pro Sau zusätzlich mit mindestens acht Ferkeln rechnen. Die dpa hatte am Wochenende pauschal von 20.000 toten Schweinen gesprochen. Diese Zahl hatten daraufhin sämtliche Medien übernommen. Die Polizei sprach dagegen von zunächst 680 verendeten Sauen - diese Zahl hat sich nun stark erhöht.

Der Sachschaden wird von der Polizei auf etwa eine Million Euro geschätzt. Etwa 1.300 lebende Sauen wurden unter Aufsicht von Tierärzten verladen und in andere Anlagen des Betreibers gebracht.

Worum ging es bei dem Verfahren?

In der Auseinandersetzung um die Anlage hatte die Stadt Arendsee, zu der Binde gehört, im vergangenen Sommer einen juristischen Etappensieg errungen, so der Sender weiter. Das Verwaltungsgericht Magdeburg hob eine Baugenehmigung aus dem Jahr 2013 auf. Das Gericht monierte, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung vorgenommen wurde. Die kassierte Baugenehmigung für die bereits 2006 errichtete Anlage war 2013 nachträglich vom Landesverwaltungsamt erteilt worden. Der Betreiber der Schweinezucht hatte gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Rechtsmittel eingelegt.

Die Bürgerinitiative in dem Dorf war bislang wegen des seit zehn Jahren laufenden Rechtsstreits noch zu keiner Stellungnahme zu dem Brand bereit.

Peta stellt Strafanzeige

Die Tierschutzorganisation Peta hat derweil nach dem neuerlichen Brand gegen den Betreiber Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Stendal soll überprüfen, ob bedingter Vorsatz vorliegt. Peta begründet das unter anderem damit, dass es in der Anlage zum zweiten Mal binnen drei Jahren gebrannt hat.

Schwere Vorwürfe kommen auch von der Tierschutzorganisation „Animal Rights Watch“. Bereits 2021 habe man das zuständige Bauordnungsamt im Altmarkkreis Salzwedel über Mängel informiert, sagte eine Sprecherin der Organisation laut Bild-Zeitung. Dabei sei es unter anderem um die fehlende Trennung von Brandabschnitten gegangen, aber auch Fluchttüren seien größtenteils nicht nutzbar gewesen. Die Geschäftsführung des Unternehmens ließ auf Anfrage mitteilen, dass die Missstände in der Zwischenzeit beseitigt worden seien.

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