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Prozessende

Urteil gegen Landwirt wegen 33 verendeter Rinder gefällt

Weil er 33 Rinder im Stall verhungern ließ, hat das Amtsgericht Rosenheim den Landwirt aus Oberbayern nun verurteilt. Warum es überhaupt soweit kam, ist nun bekannt.

Lesezeit: 3 Minuten

Das Amtsgericht Rosenheim hat sein Urteil im Prozess gegen einen Landwirt aus Rimsting (Kreis Rosenheim) gesprochen. Die Behörden hatten hier im Mai 2023 33 tote Rinder entdeckt, weitere Tiere standen tief in Gülle, einige waren abgemagert und von Parasiten befallen.

Nach Überzeugung der Richter hat sich der Bauer der Tiertötung und tierquälerischen Tiermisshandlung durch Unterlassen schuldig gemacht. Dafür verurteilten sie den 49-Jährigen am Donnerstag zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Zudem erlegten sie ihm ein fünfjähriges Tierhalteverbot auf, wie ein Gerichtssprecher sagte. Der Mann müsse eine Therapie machen, meldet die dpa.

Depression festgestellt

Das Gericht hielt den geständigen Angeklagten aufgrund einer depressiven Erkrankung für vermindert schuldfähig. Mit dem Tierhalteverbot schöpften die Richter den gesetzlichen Rahmen für eine Befristung aus. Es bezieht sich auf alle Tiere, nicht nur auf Nutztiere. Lediglich eine Ausnahme ließen die Richter zu: Der Mann darf gelegentlich bei der Betreuung der Haustiere seiner Schwester helfen.

Zugunsten des Angeklagten werteten die Richter dem Sprecher zufolge sein Geständnis und seine Reue, zudem ist der Mann nicht vorbestraft, heißt es bei der dpa weiter. Demgegenüber stünden die gravierenden Folgen der Taten für die Tiere. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Ein Sachverständiger sagte , der Mann sei nach dem Tod seines Vaters überlastet und aufgrund seiner eigenen Erkrankung nicht in der Lage gewesen, sich Hilfe bei der Arbeit auf dem Hof zu holen, sagte der Justizsprecher. Der Angeklagte habe aber demnach die problematische Lage durchaus erkannt gehabt.

Schon früher auffällig

Vor Gericht kam heraus, dass der Hof bereits mehrfach von Veterinären des Landratsamtes Rosenheim kontrolliert und beanstandet worden war. Im Jahr 2021 stellten sie tierseuchen-, lebensmittel- und tierschutzrechtliche Verstöße in der Tierhaltung fest. Unter anderem kam es zu einem Rückstau im Mistkanal, der zu einem Aufstau von Gülle im Laufgang führte. Die Mängel behob der Bauer laut Anklagebehörde nur teilweise.

Seit März stand der 49-Jährige vor Gericht. Zum Prozessauftakt legte er über seine Pflichtverteidiger ein Geständnis ab und entschuldigte sich für seine Taten. Dem Mann sei alles über den Kopf gewachsen, sagten die Anwälte. Er habe an den Folgen einer Corona-Erkrankung gelitten, seine pflegebedürftige Mutter versorgen müssen und sei in eine Depression verfallen.

Die Staatsanwaltschaft plädierte auf zwei Jahre Haft ohne Bewährung sowie ein fünfjähriges Tierhalteverbot. Die Verteidiger forderten maximal eineinhalb Jahre mit Bewährung und nicht eigens ein Tierhalteverbot, weil bereits das Veterinäramt dem Mann die Haltung von Tieren verboten habe.

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