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topplus Chronik der Bauerndemos in Deutschland

Sind das wirklich die größten Bauernproteste aller Zeiten?

Die Bauernproteste gegen die Kürzung beim Agrardiesel mobilisieren seit Wochen Tausende zu Demonstrationen, Traktor-Sternfahrten und Mahnfeuern. Gab es derartiges schon einmal? Ein Blick in die Historie:

Lesezeit: 3 Minuten

Traktoren, überall Traktoren: Sie bestimmen seit Wochen das Bild der Bauernproteste in Deutschland. Viele Beteiligte und Beobachter fragen sich, ob und wann es solche Bauernproteste in Deutschland in ähnlichem Ausmaß schon einmal gegeben hat. Und wie groß das Ausmaß von heute im Vergleich zu früheren Bauerndemonstrationen ist. Wir haben ein wenig in der Historie geblättert:

28. Januar 1928

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In 17 Städten in Schleswig-Holstein demonstrieren 140.000 Bauern gegen hohe Steuern und Zinsen und gegen die Konkurrenz von Agrarimporten. Die "Landvolk-Bewegung" wendet sich außerdem gegen den demokratischen Rechtsstaat und die parlamentarische Republik. Bauern und versprengte Berufsrevolutionäre von rechts verüben Sprengstoffanschläge auf Rathäuser, Finanz- und Landratsämter (ausführliche Hintergrundinformationen hier).

Die Agrarkrise sorgt damals in ganz Deutschland für Proteste. Am 10. Februar 1928 kommt es auch in Münster zu einer „Notkundgebung“ des Westfälischen Bauernvereins mit mehr als 15.000 Bauern.

7. März 1961

In Dortmund demonstrieren 40.000 Landwirte gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung Adenauer und gegen die von der EWG festgesetzte Senkung der Getreidepreise.

27. Februar 1971

Rund 60.000 Landwirte demonstrieren in Bonn gegen die Regierung Brandt/Scheel und die Agrarpolitik der EWG. Anlass sind die stark gesunkenen Erzeugerpreise bei Getreide und Fleisch bei gleichbleibenden bzw. gestiegenen Verbraucherpreisen. Bauernpräsident Heereman auf der Kundgebung: „Wir wollen keine Almosen, aber wir wollen ebenso wie alle anderen Berufstätigen in unserer Gesellschaft die Früchte unserer eigenen Anstrengung ernten, nicht mehr, aber auch nicht weniger.“

Frühjahr 1981

Gegen die aus Sicht des Bauernverbandes zu niedrigen Agrarpreiserhöhungen seitens der Europäischen Gemeinschaft kommt es zu mehreren Großdemonstration. Am 14. Februar 1981 demonstrieren in 130 Städten Westdeutschlands insgesamt mehr als 200.000 Landwirte. Allein in Westfalen gehen rund 20.000 Landwirte in 19 Städten auf die Straße. Am 27. März 1981 demonstrieren noch einmal rund 30.000 Landwirte in Bonn.

23. März 1984

Gegen geplante Agrarreform-Beschlüsse der EG versammeln sich in Dortmund 20.000 Landwirte zu einer Kundgebung des Deutschen Bauernverbandes.

8. Dezember 1992

In Bonn demonstrieren 50.000 Landwirte gegen die Handelsvereinbarung zwischen Europäischer Kommission und den USA (GATT). DBV-Präsident Heereman wirft in seiner Rede Bundeskanzler Helmut Kohl und Agrarminister Ignaz Kiechle vor, „die deutsche Landwirtschaft maßlos im Stich gelassen“ zu haben.

26. November 2019

In Berlin demonstrieren rund 40.000 Landwirte mit mehr als 8.000 Traktoren gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung Merkel/Scholz (große Koalition). Im Mittelpunkt standen dort die Vorhaben der Regierung im Insektenschutzgesetz und die Forderung nach einer Stärkung der regionalen Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung. Vorausgegangen war eine Demonstration am 22. Oktober 2019 mit rund 5500 Teilnehmern und 2000 Traktoren in Bonn. Organisator war die aus einer Facebook-Gruppe hervorgegangene, deutschlandweite Bewegung von Landwirten "Land schafft Verbindung" (LsV), die sich später aufspaltete.

Dezember 2023/ Januar 2024

Seit Mitte Dezember 2023 löst eine von der Ampel-Koalition geplante Kürzung der Steuererleichterungen für Agrardiesel und anfangs auch für die Kfz-Steuer eine massive Mobilisierung der Bauern aus. Am 18. Dezember 2023 kommen 1.500 Traktoren und mehrere Tausend Landwirte erstmals dagegen zu einer Großdemonstration nach Berlin zum Brandenburger Tor. Ab dem 8. Januar 2024 folgte eine bundesweite Aktionswoche mit zahlreichen Bauerndemonstrationen, Traktor-Sternfahrten und Mahnfeuern bundesweit. Sie findet ihren Höhepunkt am 15. Januar 2024 in einer Großkundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Angeführt wird sie vom Deutschen Bauernverband (DBV) und ihrem Präsidenten Joachim Rukwied. Der DBV zählte dort mindestens 30.000 Teilnehmer und 10.000 Traktoren und Fahrzeuge. Die Polizei sprach allein für den Montag in Berlin offiziell von 8.500 Demonstranten und 5.000 Nutzfahrzeugen.

Mit Ausnahme der Proteste von 1928/29 in Schleswig-Holstein sind alle anderen Bauerndemonstrationen friedlich und ohne größere Zwischenfälle verlaufen.

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