Themen / John Deere – in Mannheim und der Welt zu Hause

1837: In Grand Detour, Illinois (USA), hört der Schmied John Deere von den Sorgen der Farmer, dass der schwere, klebrige Prärieboden an ihren eigentlich für den leichten, sandigen Boden im Osten der USA entwickelten Pflüge aus Gusseisen hängen bleibt. Daraufhin fertigt Deere aus einem schadhaften Sägeblatt eine Pflugschar aus hochpoliertem Stahl.

1838: Der Schmied John Deere entwickelt sich zum Fabrikanten John Deere. Später erinnert er sich daran, dass er 1839 10 Pflüge, 1841 75 Pflüge und 1842 100 Pflüge herstellte.

1848: Nach zehn Jahren in Grand Detour geht John Deere eine neue Partnerschaft ein und zieht nach Moline am Mississippi um, wo es Wasserkraft und Transportmöglichkeiten gibt. Sein nach dem neuesten Stand der Technik errichtetes Werk verdoppelt im darauffolgenden Jahr die Produktion.

Wir machen einen großen Sprung.

1918: John Deere steigt in das Traktorengeschäft ein. Noch während der Allradtraktor auf dem Markt eingeführt wird, kauft Deere die Waterloo Gasoline Engine Company, den Hersteller der "Waterloo Boy"-Traktoren. Das Unternehmen verkauft im ersten Jahr 5634 Waterloo Boy-Traktoren.

1920: Der übersättigte und spekulative Traktormarkt führt zu Überproduktion der Industrie und weit verbreiteten Betrügereien. Daraus resultiert die Gründung der Nebraska Tractor Tests zur Durchsetzung von Industriestandards für die Leistung. Dem Test mit der Nummer 001 wurde ein John Deere Waterloo Boy N-Traktor unterzogen.

1927: Deere bringt seinen ersten Mähdrescher Nr. 2 mit 35 PS auf den Markt. Die Maschine ist mit 12-Zoll- oder 16-Zoll-Plattform erhältlich. Ein Jahr darauf wird auch der kleinere Nr. 1 angeboten, mit einem Messerbalken von 8 Zoll, 10 Zoll oder 12 Zoll.

1928: William Butterworth wird zum Präsidenten der US-Handelskammer gewählt. Charles Deere Wiman, ein nach dem Ersten Weltkrieg als Hauptmann aus der Armee entlassener Militärpilot, wird zum President gewählt. In der neu eingeführten Position als Vorstandsvorsitzender behält aber auch Butterworth ein Maß an Einfluss.

1931: Als Reaktion auf die Weltwirtschaftskrise übernimmt das Unternehmen 12 Millionen US-Dollar an Schuldscheinen von Landwirten und verlängert die Zahlungsbedingungen für bereits gekaufte Traktoren und motorgetriebene landwirtschaftliche Geräte. Dadurch sanken die Umsätze zwischen 1930 und 1932 um 86 Prozent, aber John Deere gewann damit viele treue Kunden.

1934: Trotz der finanziell harten Zeiten bringt Deere auch weiterhin neue Produkte auf den Markt, wie den Traktor des Modells "A". Ein ähnliches, jedoch kleineres Modell "B" folgt im Anschlussjahr. Die beiden Modelle werden noch bis 1952 produziert.

1935: John Deeres Traktormodell "DI" kommt auf den Markt. Es ist der erste ausschließlich für den industriellen Bereich entwickelte Traktor.

1937: Nach der Weltwirtschaftskrise feiert John Deere seinen 100-jährigen Geburtstag und erreicht erstmals in der Unternehmensgeschichte Umsätze in Höhe von über 100 Millionen US-Dollar.

1938: Der Industrieentwickler Henry Dreyfuss modernisiert in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren von Deere die Traktoren "A" und "B". Von nun an gehört ein attraktives Design in Kombination mit herkömmlicher Funktionalität zu den Markenzeichen der John Deere Produkte.

1942: President Charles Deere Wiman akzeptiert die Einberufung als Oberst des Heeres. Burton Peek ist sein Nachfolger als vorläufiger President des Unternehmens. Vor seiner Rückkehr zu John Deere im Jahr 1944 wird Wiman kurzzeitig Leiter der landwirtschaftlichen Maschinen- und Geräteabteilung des Kriegsproduktionsgremiums.

1943: Während des Zweiten Weltkrieges stellt Deere Militärtraktoren, Munition, Flugzeugteile sowie Fracht- und mobile Wäschereieinheiten her. Das John Deere Bataillon umfasst Angestellte und Vertriebspartner und repariert während des Krieges in Belgien und Frankreich Panzer.

1947: Der Traktor des Modells "M" wird im neuen John Deere Werk Dubuque montiert. Zwei Jahre später wird der "M" auch mit Raupenfahrwerk produziert und heißt dann "MC". Mit einem Fronträumschild ausgestattet wird er als Planierraupe eingesetzt. Dieses vielseitige Produkt ist der erste Schritt in Richtung von John Deeres Unternehmensbereich Bau- und Forstmaschinen.

1950: Der Baumwollpflücker Nr. 8 ist der erste zweireihige Selbstfahrer auf dem Markt. Seine schnell drehenden stachelbewehrten Spindeln pflücken bei jedem der zwei oder drei Vorgänge die Baumwolle immer nur von den reifen Samenkapseln.

1954: John Deere ist der erste, der die Arbeitsvorgänge des Pflückens und Enthülsens von Mais kombiniert. Ein zweireihiger Maispflücker wird angeboten. Bei Anbringung an das neue Mähdreschermodell 45 ermöglicht er einem Landwirt, bis zu 8 Hektar Mais in nur einem Vorgang zu ernten.

1956: Das Unternehmen baut ein Herstellungswerk für kleine Traktoren in Mexiko und erwirbt die Mehrheitsbeteiligung an der Firma Heinrich Lanz, einem deutschen Traktor- und Mähdrescherhersteller mit einer kleinen Niederlassung in Spanien. Heute hat John Deere Niederlassungen auf der ganzen Welt mit Werken in 35 Ländern.

1957: Die Ballenpresse 14T produziert wohlgeformte garngewickelte Ballen. Mit dem branchenweit ersten Ballenauswerfer Nr. 1 können kurze rechteckige Ballen in einen Wagen ausgeworfen werden. Die Heuernte wird damit erstmals zu einer Arbeit für nur eine Person.

1958: Deere gründet den neuen Unternehmensbereich Industrial Equipment, zusammen mit den Händlerbetrieben und einer ganzen Produktreihe von Baugeräten. Die Planierraupe 440 ist die erste der vollständig gelb lackierten Maschinen des Unternehmens, die speziell für Industrieanwendungen entwickelt wurden. Die John Deere Credit Company, ein Finanzier für im Inland getätigte Käufe von John Deere-Ausrüstung, nimmt ihren Betrieb auf. Das neue Unternehmen konsolidiert die Finanzoperationen der Vertriebskanäle und Vertriebspartner, um effizientere und wettbewerbsfähigere Finanzoptionen anbieten zu können.

1960: Beim "Deere Day", dem Tag von John Deere in Dallas, stehlen vier als "New Generation of Power" (Neue Leistungsgeneration) bezeichnete Modelle den anderen die Show. Die völlig neue Produktreihe von Vierzylinder- und Sechszylinder-Traktoren bietet mehr Leistung als die Zweizylinder-Modelle, die John Deere über 40 Jahre lang produziert hat.

1963: Der Unternehmensbereich Consumer Equipment, heute "Turf", drängt mit Rasen- und Gartentraktoren sowie mit Zubehör wie Mähvorsätzen und Schneegebläsen auf den Verbrauchermarkt.

1964: Das Deere & Company Administrative Center wird eröffnet. Es ist die heutige Unternehmenszentrale. Das Design vom finnisch-amerikanischen Architekten Eero Saarinen gewinnt mehrere Architekturauszeichnungen.

1965: Der John Deere Skidder 440 weist ein Sonnendach, seitliche Verstärkung und Beinschilde auf und sorgt so bei Fahrern für mehr Komfort und Sicherheit. Die Maschine umfasst einen Vierradantrieb, Knickgelenk-Servolenkung, 42 PS Schwungradleistung und "5 Tonnen fortschrittliche Ingenieurskunst".

1966: John Deere führt die ersten kommerziell erhältlichen Überrollschutzgeräte für landwirtschaftliche Traktoren ein. Das Unternehmen stellt der Branche das Patent für dieses wichtige Sicherheitsmerkmal später kostenlos zur Verfügung.

1971: Mit dem Slogan "Nothing Runs Like a Deere™" wird für Schneemobile geworben, einem neuen Produkt der John Deere Horicon Works. Der Werbeslogan bleibt weit länger erhalten als die Schneemobilsparte, die 1984 verkauft wird.

1972: Vier neue Traktormodelle der "Generation II" kommen auf den Markt. Die neuen Modelle verfügen über exklusive Sound-Gard™ Karosserien und zeichnen sich durch Fahrersicherheit und Komfort aus.

1987: Deere begeht sein 150. Firmenjubiläum. Fortgesetztes geringes Agrareinkommen und geringerer Umsatz bei Deere führen zu einem Nettoverlust von 99 Millionen US-Dollar.

1992: John Deere bringt die Gator Nutzfahrzeugreihe auf den Markt. Das Modell 6x4 kann 363 kg im Laderaum tragen und 544 kg ziehen.

1994: Die Traktorserie 8000 wird vorgestellt und setzt neue Standards in den Bereichen Steuerung, Übersicht, Manövrierbarkeit und Leistung. Bei diesen Traktoren werden erstmals patentierte Chassis für branchenweit führende Wenderadien sowie neue Getriebe und überarbeitete Kabinen eingesetzt.

1996: Mit dem GreenStar™ System bietet Deere für alle Mähdrescher der Serie Maximizer™ 9000 das erste vollständig integrierte Erntekartierungspaket an. Es ermöglicht die Erfassung des Ertrags und der Feuchtigkeit im laufenden Betrieb, stellt Positionsdaten mit differenzieller Korrektur bereit und bietet Funktionen zur Datenverarbeitung, -speicherung, -übertragung und zur Ertragskartierung.

1998: John Deere kauft Cameco Industries, Hersteller von Zuckerrohrerntemaschinen, und schließt sich mit Hitachi Construction Machinery Co., Ltd. zusammen, um auf der Grundlage von Baggerfahrgestellen Harvester-Maschinen herzustellen. Das Joint-Venture Deere-Hitachi stellt Produkte in Kanada, Brasilien und den USA her.

2000: John Deere erwirbt Timberjack, einen weltweit führenden Hersteller von Forstmaschinen, und Waratah, einen Hersteller von Harvester-Köpfen, und wird damit der unangefochtene Weltmarktführer im Bereich Forstmaschinen. In der Nähe von Pune, Indien, wird ein neues Traktorenwerk eröffnet.

2006: In der chinesischen Hafenstadt Tianjin wird das Getriebewerk John Deere Tianjin Works eröffnet. Im darauffolgenden Jahr übernimmt Deere ein Traktorenwerk in der chinesischen Küstenstadt Ningbo.

2009: John Deere führt den ersten Baumwollpflücker ein, der auf dem Feld runde Baumwollballen erstellt. Die innovative Maschine ermöglicht den Dauerpflückeinsatz und erbringt eine höhere Baumwollqualität, sodass weitere Geräte im Feld weniger benötigt werden.

2010: John Deere ist das erste Unternehmen, das Baumaschinen mit über 175 PS ausliefert, die nach der strengen US Interim Tier 4-Emissionsnorm zertifiziert sind. John Deeres erste zweireihige Zuckerrohr-Erntemaschine wird anlässlich der bislang umfassendsten Produkteinführung des Unternehmens in Lateinamerika auf den Markt gebracht.

2012: 2012 feiert Deere & Company das 175. Jubiläum seiner Firmengründung. Eine innovative Reaktion auf die Anforderungen der Landwirte wurde zum Grundstein von über 175 Jahren der Verpflichtung denen gegenüber, die mit dem Land verbunden sind.

2013: Das "Smithsonian Magazine" wählt den von John Deere hergestellten Pflug unter die "101 Objects that Made America" (101 Objekte, die Amerika zu dem gemacht haben, was es heute ist). Der Pflug wurde aus den 137 Millionen Gegenständen ausgewählt, die sich im Besitz eines der 19 Museen des Smithsonian befinden und die laut Ansicht der Forscher zu den Dingen zählen, die die Geschichte der USA verändert haben.

2014: Durch die Integration moderner Technik in die Maschinen steigert die Intelligent Solutions Group von John Deere die Produktivität noch weiter. Anhand von Produkten, die Daten sammeln, übertragen, speichern und analysieren, können die Kunden von John Deere die Anforderungen der anwachsenden Weltbevölkerung erfüllen.

2017: Ende 2017 hat John Deere die Wirtgen Group erworben, den weltweit führenden Hersteller in der Straßenbauindustrie. Das Produktportfolio der Wirtgen Group ergänzt die Baumaschinen-Produktlinie von John Deere, sodass Kunden auf der ganzen Welt ein noch breiteres Angebot erhalten.

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