Zuletzt aktualisiert am 07.07.21 um 2:32 Uhr

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Land schafft Verbindung

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Alfons Deter

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Was ist Land schafft Verbindung?

“Land schafft Verbindung“ (LsV) ist eine deutschlandweite Bewegung von Landwirten, die 2019 gegründet worden ist. Auslöser dafür war die Ankündigung der Bundesregierung, ein weiteres Agrarpaket zu verabschieden. Die Gruppierung entstand aus einer Facebook-Gruppe, die innerhalb kürzester Zeit großen Zulauf erhielt. Im Jahr 2021 waren mehr als 34.000 Landwirte aus ganz Deutschland und allen Bereichen der Landwirtschaft Mitglied dieser Gruppe. Aus der Bewegung sind mehrere parteineutrale Vereine entstanden, die beispielsweise Traktor-Demonstrationen in verschiedenen deutschen Städten organisiert haben.

Das Agrarpaket der Bundesregierung als Auslöser der Proteste

Wesentlicher Bestandteil des Agrarpakets der Bundesregierung ist das vom Kabinett beschlossene „Aktionsprogramm Insektenschutz“, welches unter anderem den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einschränkt. Zusätzlich enthält das Agrarpaket einen Gesetzentwurf zur Einführung eines staatlichen Tierwohlkennzeichens sowie einer sechs Prozent Umschichtung der Direktzahlungen von der Ersten in die Zweite Säule.

Die Details des Agrarpakets haben wir hier zusammengefasst.

Ziele und Forderungen von Land schafft Verbindung

Die Bewegung erkennt die politisch gesetzten Ziele zum Umwelt- und Tierschutz grundsätzlich als sinnvoll an, fordert aber für die Umsetzung eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aller betroffenen gesellschaftlichen Bereiche und den Verzicht auf einseitige Gebote und Verbote ausschließlich für Landwirte. Die in LsV organisierten Landwirte fordern demnach eine umfassende Abwägung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Faktoren und, dass aus den Maßnahmen entstehende Belastungen gemeinschaftliche getragen werden, auch von den Verbrauchern.

Eine weitere Forderung von LsV ist die Stärkung der regionalen Landwirtschaft. Das Agrarpaket der Bundesregierung würde laut LsV zu einer Schwächung der regionalen Lebensmittelproduktion führen und so den Lebensmittelimport fördern. Die Bewegung fordert in dem Zusammenhang eine klare Kennzeichnung von regionalen und importierten Produkten.

Nicht zuletzt fordert „Land schafft Verbindung“ grundsätzlich eine Stärkung des ländlichen Raums, da dieser strukturell wichtig sei, nicht nur für die Landwirte, sondern für alle auf dem Land Lebenden.

Bauerndemos

Am 22. Oktober 2019 organisierte LsV die bisher größte Bauerndemo Deutschlands. Landwirte demonstrierten deutschlandweit an 18 verschiedenen Standorten. Insgesamt nahmen Tausende Landwirte mit über 18.000 Traktoren daran teil. Die Demo war der Auftakt für viele weitere Proteste. So demonstrierte LsV beispielsweise am 26. November 2019 vor dem Brandenburger Tor in Berlin, am 31. August 2020 bei der EU-Agrarminister Konferenz in Koblenz sowie im Februar 2021 vor dem Bundesumweltministerium in Bonn.

Die Politik reagierte auf die anhaltenden Proteste: Auf einem Agrargipfel im Dezember 2019 beschlossen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eine „Zukunftskommission Landwirtschaft“, unter Einbezug von „Land schafft Verbindung“ einzurichten. Diese trat am 07. September 2020 das erste Mal zusammen. Bestehend aus Vertretern der Landwirtschaft, darunter auch LsV-Sprecher Dirk Andresen, der Wirtschaft, dem Umwelt- und Tierschutz, der Wissenschaft sowie Verbrauchern erarbeitet sie Ziele und Maßnahmen für die Landwirtschaft, die ökonomisch, ökologisch und sozial tragbar sind und zugleich von der Gesellschaft akzeptiert werden. Die Ergebnisse der Kommission lesen Sie hier.

Die Spaltung der Bewegung

Da es sich bei „Land schafft Verbindung“ um einen dezentral organisierten Verband handelt, konkurrierten von Beginn an unterschiedliche Ansichten zu den Zielen und Strukturen der Organisation. Dies führte dazu, dass es auch innerhalb des Kernteams immer wieder zu Konflikten kam. Ende 2019 erfolgte dann die Spaltung und anschließenden Gründung zweier Vereine: „Land schafft Verbindung – das Original“, unter der Leitung von Maike Schulz-Broers und Klaus-Peter Weinand, und „Land schafft Verbindung – Deutschland“, unter der Leitung von Dirk Andresen und Sebastian Dickow (bis März 2020).

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